Hier eine etwas ausführlichere Dokumentation meines Gehäuse-Projekts.
Ziel war es, mit der neuen Complete-Platine eine möglichst flache und kompakte Box zu entwickeln. In den Testläufen hat sich gezeigt, dass die Bauform im Vergleich zu meinen vorherigen Boxen viel besser für Autofahrten oder den Kinderrucksack geeignet ist.
Die „Features“ sind:
- Abmessungen: 12,5 x 9,8 x 2,1 cm.
- Kopfhöhrerausgang
- On-Board Lautsprecher
- Dedizierter An-Aus-Schalter (gegen Anschalten beim Transport)
- Zugriff auf SD-Karte und USB-Buchse der Complete-Platine
- Umlaufendes LED-Band (statt LED-Ring) mit 40 LEDs
- 5-Button-Modul zur Steuerung
- EREMIT 3.7V 2000mAh LiPo Akku
- Befestigungspunkte für Tragegurt
Folgende Bauteile und Materialien habe ich verwendet:
- Gehäuse (3D-Druck)
- Complete-Platine
- Köpfhörerplatine
- Anschlusskabel
- EREMIT 3.7V 2000mAh LiPo Akku
- RFID RC522 Modul (mit leichten Änderungen am Gehäuse ginge auch ein PN5180)
- Ferritfolie (Unbedingt notwendig, da die Complete sonst den RFID-Reader stört)
- 5-Way-Button Module
- Kappe für Button (8mm Durchmesser, 2,4 mm Aufnahme - Typ 2 aus dem Angebot)
- Schiebeschalter 3-polig, 2 Postitionen (5mm Grifflänge, 19,6mm Gesamtlänge)
- Lautsprecher 4Ohm/3W 25x35mm
- LED Streifen WS2813 mit 144LEDs/m (WS 2812 oder weniger LEDs/m sollte auch funktionieren)
- Schrauben: M2,5 Zylinderkopfschrauben (4mm und 16mm sowie 4 M2,5 Muttern)
(Kurze Anmerkung zu den Links: Ich habe das in Zeiten vor den diversen Zollabgaben bestellt, daher sind die Links vor allem als Referenz für eine eigene Suche gedacht.)
Zum 3D-Druck
Espuino Mini Hülle.zip (566,7 KB)
Das Gehäuse habe ich in Fusion 360 entworfen und das Ganze mit PETG in einem 3-Farben-Druck (Cyan, Blau, Transparent) gedruckt. In Blau wurden die Symbole für die Buttons und ein kleiner Punkt am Hauptschalter (Power-On-Stellung) gedruckt. Die Symbole könnte man auch als „Gravur“ ohne weitere Farbe anlegen und so die dritte Farbe sparen. Bei lichtdurchlässigem Filament wäre es natürlich auch möglich, alles ohne Materialwechsel zu drucken.
Während des Drucks muss eine Pause zum Einlegen der Muttern eingeplant werden. Die diversen Bauteile werden mit Clips und/oder Schrauben im Gehäuse gehalten. Die Schrauben werden (abgesehen von den 4 Gehäuseschrauben) einfach direkt in den Druck geschraubt. Das braucht etwas Kraft, geht aber problemlos. Beim Zusammenbau ist mir direkt der Clip für die Complete abgebrochen, dank der Schrauben sitzt sie aber trotzdem bombenfest.
Das Lautsprechergitter ist als solider Körper angelegt und sollte mit 55 % Infill eines Gitternetzes und ohne Ober- und Unterschichten gedruckt werden. Meine Versuche, ein Gitter in Fusion anzulegen, sahen nach dem Druck allesamt Grütze aus. Auch wenn der Randbereich zu wünschen übrig lässt, ist das die beste Version, die ich erreicht habe.
Der LED-Streifen wird außen herum in den vorgesehenen Schlitz eingelegt und kann, wenn gewollt, mit der Rückwand verklebt werden. Ich habe meinen nur locker eingelegt. Mein LED-Streifen kam ab Werk mit einer Spleißstelle, deswegen ist in der Außenschale an dieser Stelle eine Aussparung, die bei geschlossener Box aber nicht zu sehen ist.
Außerdem habe ich die Kabel deutlich gekürzt, was bei den meisten Kabeln ja kein Problem ist, da sie ohnehin einseitig verlötet werden müssen. Beim RFID-Reader habe ich außerdem die nicht benötigten Litzen entfernt. Für das Kabel zum Kopfhörermodul habe ich eine Crimpzange und ein Set mit PH-2.0-JST-Steckern verwendet. Das Ganze braucht ein bisschen Übung, dann ging es aber recht sauber. Ob es wirklich notwendig ist, das Kopfhörerkabel zu kürzen, kann ich nicht sagen.
Die Ferritfolie ist leider unerlässlich. Bevor ich diese eingelegt hatte, konnte der RFID-Reader nichts lesen.
Für das 5-Button-Modul habe ich mich entschieden, da ein Drehencoder zu groß gewesen wäre und ich die Box fast doppelt so dick hätte machen müssen. Das Ganze ist sicher nichts für Kinder unter 3, aber mein 4-Jähriger kam nach 2 Tagen damit zurecht. Folgende Konfiguration habe ich eingestellt:
- Druck (kurz/lang): Play + Pause/Ausschalten
- Hoch: Lauter/Bluetooth-Modus
- Runter: Leiser/Akkuladestand
- Rechts: Vorspulen/Nächster Titel
- Links: Zurückspulen/Vorheriger Titel
Da ich mit dieser Box inzwischen 3 Boxen parallel managen muss und unsere Sammlung an Karten bereits auf fast 200 angestiegen ist und stetig wächst, war die langsame Datenübertragung über das Webportal ein echter Schmerzpunkt für mich. Das ist auch der Grund, weshalb ich von außen Zugriff auf die SD-Karte haben wollte.
Bisher gab es hier keine Probleme mit meinem Kleinen. Er weiß, dass die Karte da ist und dass man sie herausnehmen kann (aber auch ich brauche dafür Werkzeug). Vor allem weiß er aber, dass die Box nicht mehr funktioniert, wenn die Karte fehlt. Mit dem neuen Mediahub ist das mit dem Zugriff auf die SD-Karte vermutlich Geschichte.
Ich habe bei meinen früheren Boxen einen magnetischen Anschluss verwendet, der mich zunehmend nervt. Eine Datenübertragung ist definitiv nicht möglich und selbst zum Laden muss man mit der Position des Steckers spielen. Außerdem haben wir nur zwei Kabel, die an diesen Anschluss passen, und davon ist eines derzeit komplett kaputt. Wenn man das Kabel nicht dabei hat, ist unterwegs kein Laden möglich. Deswegen habe ich mich entschlossen, einfach den eingebauten USB-C-Anschluss zu verwenden, und habe das bisher auch nicht bereut.
Hier noch eine der Testversionen (noch mit Button auf der anderen Seite) in gelb, die ich auch sehr hübsch fand. Mein Idee noch mit schwarzen Tigerstreifen mehr Design reinzubringen habe ich (bisher) nicht umgesetzt.
Ich hoffe ich habe nichts Wichtiges vergessen oder unklar gelassen, wenn doch fragt gerne nach!






